Turtle Foundation Deutschland

Mit mittlerweile insgesamt sieben Landesvertretungen hat sich die Turtle Foundation dem Schutz der Meeresschildkröten und ihrer Lebensräume verschrieben. Es soll verhindert werden, dass Meeresschildkröten grausam getötet und ausgerottet werden, dass ihre Niststrände verschmutzt und zugebaut werden und dass ihre marinen Lebensräume durch Plastikmüll und andere Verschmutzungen verseucht und zerstört werden.

Die Bechtold Stiftung unterstützt Schwimmkurse für Kinder auf Boa Vista.

Bei einer Umfrage auf der kapverdischen Insel wurde festgestellt, dass nur etwa 14 % der Kinder und Jugendlichen gut genug schwimmen können, um sich sicher im Meer aufzuhalten. Dieses erschreckende Ergebnis machte klar, dass häufig die positive Verbindung zum Meer fehlte, um sich für dessen Schutz einzusetzen.
Deshalb organisiert die Turtle Foundation Schwimmkurse, sodass jedes Jahr circa 100 Kinder das Schwimmabzeichen für absolvierte Kurse in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen absolvieren können. Neben klassischen Unterrichtsstunden im Schwimmen und Schnorcheln enthalten die Kurse auch spielerische Elemente der marinen Umweltbildung, die den Lebensraum Ozean anschaulich und nahbar machen.

Weitere Projekte: Regelmäßige Strandsäuberungsaktionen

Die Strände von Boa Vista leiden unter einem massiven Müllaufkommen. Angeschwemmte Überbleibsel unserer Zivilisation erschweren es den nistenden Weibchen der Unechten Karettschildkröte, an Land zu kommen und ihre Eier zu legen. Auch den Schlüpflingen erschwert der Müll den Weg ins Meer und verringert ihre Überlebenschancen. Aus diesem Grund veranstaltet die Turtle Foundation in regelmäßigen Abständen in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung großangelegte Strandreinigungsaktionen.

Doch was geschieht mit dem angespülten Müll von den Niststränden? Da es auf Boa Vista leider noch kein Abfallwirtschaftskonzept gibt, landet der gesamte Müll unsortiert auf einer offenen Müllkippe im Innern der Insel.

Um mehr Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen, hat die Turtle Foundation ein Upcyclingprojekt gestartet, bei dem aus diesem Abfall wiederverwendbare Gegenstände angefertigt werden. 2025 wurde der Upcycling-Shop mit dem Namen „Lixo Limpo“ (portugiesisch für „Sauberer Müll“) in der Hauptstadt Sal Rei auf Boa Vista eröffnet. Hier werden gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft nachhaltige Ideen entwickelt und in die Tat umgesetzt.

Bereits vor einiger Zeit wurden Maschinen angeschafft, mit deren Hilfe aus gesammelten Plastikdeckeln von Trinkflaschen – die man leider auf der kapverdischen Insel an vielen Stellen findet – nützliche Artikel gefertigt werden können. Im ersten Schritt werden die Deckel zerkleinert bzw. geschreddert. Anschließend wird das entstandene Granulat eingeschmolzen und in individuelle Formen gepresst. Die daraus entstehenden Produkte, beispielsweise Schildkröten-Schlüsselanhänger, können im Shop auf Boa Vista oder im Webshop der Turtle Foundation erworben werden.

ElasmOcean 

ElasmOcean Kindermeeresprogramm – Gemeinsam für den Schutz unserer Ozeane 

Warum möchten Kinder Haie schützen, obwohl sie noch nie einem in freier Wildbahn begegnet sind? Weil sie intuitiv verstehen, wie faszinierend – und zugleich wie schützenswert – diese Tiere sind. Während viele Erwachsene durch mediale Bilder geprägt sind, begegnen Kinder dem Hai mit Neugier statt Angst. Sie erkennen in ihm ein beeindruckendes Raubtier – und zugleich ein Lebewesen, das durch menschliches Handeln zunehmend verletzlich geworden ist.  Genau hier setzt das ElasmOcean Kindermeeresprogramm an – ein Projekt, das wir als Stiftung in diesem Jahr mit Überzeugung unterstützen.  ElasmOcean e.V., gegründet 2019 von erfahrenen Meeresschützern und Haiexperten, verfolgt mit seinem Kindermeeresprogramm einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Mit haptischen Materialien, interaktiven Elementen und kreativen Methoden vermitteln die ehrenamtlichen Referentinnen und Referenten Kindern die ökologischen Zusammenhänge unserer Meere – anschaulich, verständlich und altersgerecht.  Dabei werden zentrale Fragen aufgegriffen: Wie funktioniert Fischerei – und welche Auswirkungen hat sie auf marine Ökosysteme? Was bewirkt Plastikmüll in unseren Ozeanen? Wie beeinflussen Klimawandel, Erwärmung und Versauerung der Meere die Haipopulationen?  Das Programm verbindet Wissen mit konkreten Handlungsimpulsen für den Alltag und zeigt: Schutz beginnt im Verstehen.  Als Stiftung sehen wir in dieser Bildungsarbeit einen entscheidenden Hebel für nachhaltige Veränderung. Indem wir das Kindermeeresprogramm fördern, ermöglichen wir es, junge Menschen frühzeitig für den Schutz unserer Ozeane zu sensibilisieren und sie zu selbstbewusstem, verantwortungsvollem Handeln zu ermutigen.  ElasmOcean e.V. arbeitet mit Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen, Unternehmen, Kommunen sowie wissenschaftlichen Institutionen zusammen und verbindet Forschung mit Bildungsarbeit. Diese Schnittstelle aus Wissenschaft, Praxis und Engagement entspricht unserem Stiftungsverständnis von wirksamer Förderung. Wir sind überzeugt: Wenn wir verstehen, was in unseren Meeren geschieht, können wir unser Handeln verändern. Und Veränderung beginnt mit Bildung – gemeinsam für den Schutz unserer Ozeane. 

Fotos: Friederike Kremer-Obrock

Verlorene Fischernetze. Eine stille Gefahr in unseren Meeren! 

Die Baltic Sea Nature and Heritage Protection Association e. V. unter Leitung von Sabine Kerkau ist schon seit Jahren aktiv mit der Bergung von „Geisternetzen“ beschäftigt. In einem weiteren groß angelegten Einsatz vor der Insel Rügen konnten das Team vom 30. April bis zum 11. Mai 2025 in der Ostsee unter teils schwierigen Wetterbedingungen erfolgreich große Mengen verlorener Fischereigeräte und Netze von "2 Wracks" aus 45 Meter Tiefe bergen. Das Ergebniss dieser Bergungsaktion ist besorgniserregend und zeigt, dass in den tiefer gelegenen Regionen der Ostsee weiterhin ein erheblicher Handlungsbedarf besteht. Weitere Projekte zur Bekämpfung dieses Problems sind in der Planungsphase.


Fotos: Sabine, Egidijus und Stefan. 

Projekte

Das Gesamtvermögen unserer Stiftung kann jedes Jahr Beträge generieren, die dem Schutz der Meere zu Gute kommen. Planen Sie ein Forschungsprojekt zu unserem Stiftungsanliegen?

Wir freuen uns über große und kleine Ideen!

Meereswettbewerb „Forschen auf See“ 2025 

Unsere Stiftung unterstützt den Meereswettbewerb „Forschen auf See“ der Deutschen Meeresstiftung. Mit diesem bundesweiten Wettbewerb können sich engagierte Schülerteams ab Klassenstufe 9 aller Schularten bei der deutschen Meeresstiftung mit Forschungsideen bewerben. Mit etwas Glück kann dann eine der begehrten Expeditionswochen auf dem gelben Forschungs- und Medienschiff ALDBEBARAN geworden werden. Gemeinsam mit engagierten Patinnen und Paten aus der Wissenschaft erhalten die Jugendlichen dort Einblicke in das Leben und auf einem Forschungsschiff. 

Ziel ist es, junge Menschen für Umwelt- und Klimaveränderungen zu sensibilisieren und für naturwissenschaftliche Berufsfelder zu begeistern – und das nicht nur in Norddeutschland.  Auch Schulen hier im Süden müssen erreicht werden, das liegt Frank Schweikert und der Bechtold Familie sehr am Herzen. 

Neuer Projektpartner an Board!

Wir danken Sabine Kerkau und ihrem Team für ihren Einsatz mit Herzblut!

Wir freuen uns die wunderbare Sabine Kerkau und das Baltic Sea Heritage Rescue Project unterstützen zu können. Im Mai wird sie wieder auf der Insel Rügen tiefliegende Wracks in der Ostsee betauchen und alte Fischernetze bergen. Gerne unterstützen wir ihre Mission mit einer Spende über 20.000 Euro, die in einen Kutter mit Kapitän investiert wird, der das Taucher-Team begleitet. 

Sabine Kerkau ist 2018 in die „Woman Diver Hall Of Fame Class of 2019“ aufgenommen worden und ist „SSI Platinum 5000 PRO Diver“, außerdem Vorsitzende des Baltic Sea Nature and Heritage Protection Ascosiation e.V. (BSNHPA) , ein Verein, in dem sich Menschen aus vielen Ländern ehrenamtlich engagieren, denen der Schutz der Ostsee über wie unter Wasser am Herzen liegt. Das Projekt entfernt verloren gegangene Geisternetze, sucht, identifiziert und dokumentiert Wracks um sie zu schützen und ihre Geschichten lebendig zu erhalten. 

Weitere Partner

Sana Mare ist eine Organisation, die sich dem Schutz der Meere verschrieben hat, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Meeresverschmutzung durch Abfälle. Sana Mare ist der Überzeugung, dass Armut in einigen Gegenden der Erde eine der größten Bedrohung für unsere Umwelt darstellt. Aus diesem Grund verknüpft Sana Mara in Afrika und Asien das Engagement für den Schutz der Ozeane mit gezielten Maßnahmen zur Bekämpfung von multidimensionaler Armut.

Die Projekte von Sana Mare umfassen das Entfernen von Plastik aus Gewässern und Stränden, sowie Umweltbildung. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für Wastepicker reduziert sich finanzielle Armut und die Umweltbildungsprogramme reduzieren Bildungsarmut.

In mehrtägigen Workshops besuchen die Meeres- und Umweltschutz-Experten von Sana Mare Schulen um die Schülerinnen und Schüler über die Plastikverschmutzung im Meer aufzuklären. Neben informativen Einheiten, Diskussionen und spielerischen Elementen gehört auch ein großes Cleanup am Strand, sowie eine Datenerhebung und Datenauswertung zu dem Programm. Mit dem Projekt möchte Sana Mare eine Generation von Jugendlichen ausbilden, die sich durch Sensibilisierung, Bildung und aktives Engagement für den Schutz der Ozeane einsetzt. 

Pro Ocean

Pro Ocean ist eine gemeinnützige Organisation, die sich den Schutz der Meere durch das Sammeln und Recyceln von Ozeanplastik sowie Umweltbildung zur Mission gemacht hat. Seit 2021 ist Pro Ocean auf den Philippinen aktiv, einem Archipel mit über 7000 Inseln und einer besonders artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Der Hauptstandort befindet sich auf der Insel Negros, angrenzend an die Tañon Strait, die größte Meeresschutzzone der Philippinen. Regelmäßig befreien wir mit unserem Team vor Ort über 150 Kilometer Strandabschnitte und Mangrovenwälder und sammeln täglich rund 450 kg Abfall, darunter Plastik, Seile und Zigarettenstummel.

Momentan können nur rund 47% der Abfälle recycelt werden. Deshalb arbeiten wir an einer dezentralen “Recycling-Unit”, die zukünftig Kraftstoff auch aus stark verschmutzten Abfällen herstellen kann. Neben der Müllsammlung legt Pro Ocean den Fokus auf Umweltbildung. Unsere Lehrerin im Pro Ocean Team führt Bildungsprojekte an Grundschulen auf Negros durch, um das Bewusstsein für den Schutz der Mangroven und ihre Bedeutung Meere zu stärken. Dabei wurden bisher bereits über 2000 Schulkinder erreicht. Die Bildungsarbeit wird auch in Deutschland ausgeweitet, z.B. über die App “Family Missions” oder Events mit der “Ocean Gallery” in Stuttgart.

Pro Ocean ist Partner der Initiativen "1% for the Planet" und “Transparente Zivilgesellschaft” sowie Kooperationspartner der "UN-Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung”. Im Juni 2024 erhielt Pro Ocean den 1. Preis des Deutschen Awards für Nachhaltigkeitsprojekte im Bereich Umweltschutz. 

Manaia

Aktuell unterstützen wir das Projekt Manaia. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens von Manaia sollen die lokalen Gemeinschaften auf kleinen Inseln in Griechenland langfristig von Plastikmüll befreit werden. Dazu wird auch die Bevölkerung,  der Tourismus und die Bootsfahrergemeinschaft aufgeklärt, welche Schäden Plastik im Meer verursachen kann. Weiterhin gibt es auch Strandsäuberungensaktionen, die von vielen Menschen vor Ort unterstützt werden. Vorführungen von lehrreichen Kurzfilmen zum Thema Meeresplastik an Ankerplätzen und Häfen, sowie Schulen und Organisationen sollen ebenfalls für die Thematik rund um den Schutz der Ozeane sensibilisieren. Nach Abschluss der Datenerhebung wird die Forschungsarbeit intensiv ausgewertet. Weitere Informationen folgen.